Die Sophienruhe am mittleren Weiher auf einer Fotografie aus den späten 1940er Jahren.

Projekt Sophienruhe

Das aktuelle Projekt

Die 1812 erstellte Sophienruhe als Element der Gartengestaltung war ein Ort des Ausruhens und des Rückzugs und eröffnete dem Besucher einen wunderbaren Blick auf den gegenüberliegenden Burghügel Birseck.

Das kleine Bauwerk stand bis 1947 beim Weg hinter dem mittleren Weiher und hatte der damaligen Mode folgend die Form eines klassizistischen Tempels. Von nahe betrachtet erwies sich die Sophienruhe als rustikale Umsetzung, denn ihre runden Säulen ohne Basis und Kapitell waren rohe Baumstämme mitsamt Rinde. Die Vorderfront der nach allen Seiten offenen Sophienruhe bildeten vier Säulen. Das Satteldach war aus Holzlatten gefertigt. Der Giebel war ebenfalls aus Holzlatten, die in geometrischen Mustern angeordnet waren. Dadurch machte der „klassizistische Tempel“ einen hübschen, ja zierlichen Eindruck. In der Mitte des Giebels war der Sinnspruch „Reiche Deinen Freudenbecher holde Einsamkeit jedem deiner Freunde so oft er diese Stelle betritt“ angebracht. Über die einfache Ausstattung berichten verschiedene schriftliche Zeugnisse. Da sie zum Verweilen gedacht war, muss sie über eine Sitzgelegenheit verfügt haben. 1947 wurde die Sophienruhe entfernt.

 

WARUM EIN NACHBAU DER SOPHIENRUHE

Ziel des Vereins „Freunde der Ermitage“ ist es, mitzuhelfen die wichtigen Elemente der historischen Gartenarchitektur zu erhalten. Die Besucher sollen die Reize des englischen Landschaftsgartens mit all seinen Sehenswürdigkeiten, Sichtbezügen und Orten des Besinnens, Verweilens und des Rückzugs erleben können.

Viele Elemente wurden in den letzten Jahren durch die Stiftung renoviert. Der Verein hat im 2017 den Holzstoss neugebaut. Der Holzstoss gehört zur Szenerie der Waldbruderklause, was beim Betreten jedoch vergessen geht, denn ein Aussichtskabinett eröffnet den Blick auf eine idyllische Landschaft mit Weihern. Die Tarnung des Aussichtskabinetts als etwas vermeintlich völlig anderes erfreute sich im späten 18 Jh. grosser Beliebtheit. Der Neubau des Holzstosses verfolgte genau diese wohlkalkulierte Täuschung, damit auch die heutigen Besucher diese Täuschung und Überraschung wieder erleben dürfen.

Nun möchten wir die Sophienruhe als wesentlicher Bestandteil des mittleren Weihers im historischen Landschaftsgarten ebenfalls nachbauen.

Die neue Sophienruhe ist keine Rekonstruktion, sondern wird als Neubau nach historischem Vorbild geplant. Sie soll die ursprüngliche Funktion als Aussichts- und Rückzugsort übernehmen und am selben Ort mit gleicher Sichtachse stehen. Und sie wird wiederum ganz aus Holz gefertigt. Auch die Tempelform wird beibehalten. Die Detailgestaltung wird jedoch neu interpretiert. Gedrechselte Stützen tragen die Dachkonstruktion aus Gitterträgern, die auch das Giebeldreieck auszeichnen. Das neue Bauwerk steht auf Jurakalk-Steinplatten und soll an der Böschungskante zu stehen kommen. Eine Sitzbank lädt zum Verweilen ein und gewährt eine freie Sicht über den Weiher. An der Vorderseite zum Weiher wird eine Absturzsicherung eingeplant.